Familienzulage: Armutsbekämpfung, Arbeitsmarktstopper oder Stimmenkauf?

Mai 25, 2013

Diese Woche schwappte eine richtige Welle an Videos, Texten und Witzen durch das Internet zum Thema der Familienzulage. Diese Zulage, Bolsa Familia genannt (wörtlich Familienstipendium), ist ein Politikum und wird unter den Parteien sehr verschieden betrachtet.

Die Bolsa de Familia wird als Grund genannt, dass seit Beginn des Programmes die extreme Armut um mehr als ein Viertel reduziert wurde. Im Jahre 2011 sollen 25% der Bevölkerung Brasiliens (etwa 50 Millionen Personen) von diesem Programm profitiert haben, Basis davon sind Auszahlungen an etwas weniger als 14 Millionen Familien. Monatlich erhält eine Familie mit Einkommen unterhalb 140 R$ (=etwa 60 CHF) eine Auszahlung zwischen 22 R$ und maximal 200 R$ (10 – 90 CHF). Dieser Wert ist abhängig von der Anzahl Kinder (1-3) und dem Grad der Armut.

Eingeführt wurde diese Zulage unter dem Präsidenten Lula zu Beginn dessen erster Amtszeit im Jahre 2003. Basis waren schon zuvor existierende Programme (z.B. ein Schulstipendium, welches nur an Familien deren Kinder regelmässig die Schule besuchen ausbezahlt wurde). Das Programm wird heute unter Lulas Protegé, Dilma Rousseff, (dem brasilianischen Gegenstück zum russischen Dimitri Medwedjew) weitergeführt. (Politker geben sich in Brasilien stets kurze Kumpelnamen um Volksnähe zu zeigen). Dieses Programm wird, neben der allgemeinen Konjunktur auch als Treiber für den Aufstieg grosser Massen in die Mittelschicht bezeichnet. So wird argumentiert, dass Millionen Familien erstmal in der Lage sind überhaupt in einem Laden Produkte zu kaufen. Als Folge davon kann sich z.B. ein Ladenbesitzer den Aufstieg in die Mittelklasse finanzieren.

Kritiker behaupten, das Programm sei neben der Bekämpfung der Armut, ein gigantisches Stimmenkaufprogramm um die aktuelle Regierung an der Macht zu halten. Sie sagen, dass sowohl die Walhsiege von Lula wie auch von Dilma seien Resultat davon. Die arme Bevölkerung hat Angst dieses Geld zu verlieren und will daher keinen Wandel. Wichtiger Faktor dabei ist auch der Wahlzwang, womit ohne begründete Abwesenheit niemand den Urnen fernbleiben darf. (Die Maschine links im folgenden Bild ist eine elektronische Wahlmaschine)

Das absurdeste Video, welches innerhalb der letzten drei Tage über 2 Millionen Views erhielt, ist das folgende. Darin erklärt eine Frau, dass sie seit 8 Jahren monatlich 134 R$ an Familienzulage erhalte. Doch diese reiche leider nicht einmal um ihrer 16jährigen Tochter eine Jeans zu kaufen, schliesslich koste eine solche mehr als 300 R$ (140 CHF).

Der dritte Aspekt dieser Familienzulage ist der Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Einerseits ist der Arbeitsmarkt in Brasilien mehrheitlich ausgetrocknet. Es gibt zwar immer noch eine offizielle Arbeitslosigkeit von 5.8% (April 2013), doch ist es für Unternehmen oftmals schwierig bis unmöglich Angestellte zu finden. Generell mangelt es an ausgebildetem Personal und vielfach klagen auch Kleinunternehmer und Restaurants, dass auch Arbeiter auch für Hilfjobs kaum zu finden sind. Es sei denn, man finde sich damit ab, dass diese das eine Mal auftauchen, andere Male jedoch grundlos nicht erscheinen. Es wird gemunkelt, die Bolsa Familia sei ein wichtiger Faktor, der Leute davon abhalte zu arbeiten. Schliesslich ist damit die Grundversorgung gesichert und ein Leben in einfachsten Verhältnissen lässt sich so bestreiten.

Letzte Woche gab es jedoch tumultartige Szenen vor den Ausgabestellen der Familiezulage, weil ein Gerücht über deren Aufhebung die Runde machte. Es sei nur noch bis letzten Samstag möglich Auszahlung abzuholen. Die Regierung widersprach dem Gerücht unumgehend, konnte jedoch einen Ansturm bei der Caixa Federal (einer staatlichen Bank) nicht verhindern.

Sofort gab es ein grosses Rätselraten wer wohl diese Gerüchte in die Welt gesetzt hat. Es wurde behauptet, die Oposition wolle damit ein Unbehagen gegenüber der aktuellen Regieren schaffen und damit den Boden für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2014 vorbereiten. Umgekehrt wurde im Umkehrschluss sogar die aktuelle Regierung als Urheber genannt: Sie wolle die Armen Wähler erinnern, wie wichtig die Bolsa Familia für sie ist. Wie auch immer, unschöne Szenen und verängstigte Leute.

Damit rückte die Familienzulage einmal mehr auf die Titelseiten und es werden Debatten über den Sinn und Unsinn davon geführt. Viele Witze kursieren im Internet und Dispute werden geführt.
Übersetzung zum folgenden Bild mit Überschrift „Das Ende der Familienzulage“: „Schau, der Zé geht sich ’nen Job suchen“ – „Komm zurück du Blödian, das war nur ein Gerücht!“

Doch Witze beiseite: Es ist ein gigantisches Programm und schon rein deshalb schwierig zu beurteilen. Die im Titel genannten drei Aspekte sind alle vorhanden. Doch der Fortschritt für extrem arme Familien, ist eine Tatsache und hat einen positiven Einfluss auf die ganze Gesellschaft. So gibt es leider auch heute noch eine grosse Zahl Familien, deren Armut sich nicht in der Kaufkraft für Luxusjeans misst, sondern deren Armut lebenbedrohende Ausmasse annimmt.


(Bild vom brasilianischen Maler Portinari, welches Armut im sehr trockenen Nordosten des Landes zeigt)

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Cozinha Brasileira #3: Camarão na Moranga

April 30, 2013

Diesmal wieder etwas kulinarisches, womit sich mit etwas Zeiteinsatz etwas Brasilien in die winterliche Schweizer Stube holen lässt. Dieses Rezept stammt, soviel ich weiss, aus dem Nordosten Brasiliens. Es braucht aber ausser Crevetten (Camarão) keinerlei exotische Zutaten.

Das schwierigste am Rezept ist das Finden eines genug kleinen Kürbis (Moranga) und das Garen desselben. Dabei gibt es zwei Varianten: Entweder man verwendet einen Mikrowellenofen und schmort den Kürbis darin während ca. 20-30 Minuten. Ein Küchenpapier unter den Kürbis verhindert ein Ankleben. Etwas Frischhaltefolie darumgewickelt verhindert austrocknen. Die zweite Variante ist das Garen im Backofen eingewickelt in Alufolie. Bei mittlerer Hitze dauert das aber zwischen 60 und 90 Minuten. Egal welche Zubereitungsart man wählt, das Ziel ist ein durch und durch gegarter Kürbis. Heikel ist dabei, den richtigen Moment zu erwischen, damit das Fruchtfleisch weich und honigsüss ist, jedoch gleichzeitig der Kürbis noch genügend Stabilität besitzt um nicht auseinanderzufallen.

Poschtilischte (für ca. 4 Personen):

  • 1 Kürbis
  • 1 Zwiebel und 4 Zehen Knoblauch
  • ca. 400-500g Crevetten, vorzugsweise nicht die kleinsten. Auf jeden Fall schon fertig geköpfte und ausgeweidete Crevetten wählen.
  • 2 dl Rahm
  • 1 Becher Requeijão (2dl, Catupiri). Das ist ein Streichkäse/Brotaufstrich den man gut auch durch eine Packung Philadelphia ersetzen kann
  • 1 kleine Dose (60-80g) Tomatenmark
  • Etwas gehackte Petersilie oder Schnittlauch zum Dekorieren
  • Weisses Parboiled-Reis als Beilage
  • Limonada Suíça, Bier oder einen Weisswein

Nun zur Zubereitung, Schritt für Schritt:

  • Ausschneiden einer kreisrunden Öffnung auf der Oberseite des Kürbis. Herausnehmen der Fäden und Kerne. Danach ab in den Ofen zum Garen, wie oben beschrieben.
  • Gehackte Zwiebeln und Knoblauch in ein wenig Öl anbraten. Mit einem EL Maizena vermischen und danach mit Rahm, und je nach Bedarf etwas Wasser oder Milch, ablöschen.
  • Tomatenmark und Requeijão/Philadelphia zugeben
  • Etwas köcheln lassen und evtl. korrigieren um eine cremige Konsistenz zu erreichen
  • Mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken
  • Crevetten in die kochende Sauce geben und etwa 5 Minuten kochen lassen
  • Den fertiggegarten Kürbis füllen und mit einem grossen Löffel das weiche Fruchtfleisch mit der Sauce vermischen
  • Zusammen mit dem Reis servieren
  • Pronto, en Guete!

Anmerkung: Um kein Auseinanderfallen des Kürbis zu riskieren, könnte man auch etwas Fruchfleisch herausholen und zusammen mit der Sauce kochen. Sobald das Fruchtfleisch in der Sauce zerfallen ist, kann man dann die Crevetten zugeben.

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Cozinha Brasileira #2: Limonada Suíça

Dezember 2, 2012

Nun wird exotisch: Schweizer Limonade?!? Was soll denn das sein? Das etymologische Äquivalent in Brasilien zum Wienerli und dem Berliner?

Ich habe das Gefühl, dass das Attribut „schweizerisch“ vor allem gebraucht wird um etwas exotisch erscheinen zu lassen. So gibt es z.B. auch „Crèpe Suíço“. Die Limonade könnte jedoch ihren Namen deswegen tragen, weil sie je nach Rezept auch mit Milch (oder Kondensmilch) zubereitet wird. Auch ohne Milch hat sie eine milchige Farbe, was auch eine Erklärung sein könnte. Durch den Irrglauben der Brasilianer, dass holländische Kühe die schönsten sind, ist jedoch auch diese Erklärung fragwürdig.

Doch nun zur (sehr einfachen und schnellen) Zubereitung: Man nehme eine Limette wie sie auch für Caipirinha verwendet wird. Am besten eine aus biologischem Anbau, da die Schale sonst evtl. Gifte aus der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung enthält. Die weissen Teile im Zentrum der Frucht wegschneiden und danach in grobbe Würfel zerteilen.

Im Mixer (mit Messereinsatz oder auch mit Stabmixer) ca. 5-7 dl Wasser mit Zucker vermischen. Danach die Limettenstücke zugeben und während 8-10 Sekunden mixen. Wenn man die Limetten zu fein zermixt, kann die Limonade bitter werden.

Nun durch ein feines Sieb in einen Krug schütten und servieren. De Limonade muss sofort getrunken werde, da sie sonst bitter wird. Prost!

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Vampire…

September 18, 2012

… haben’s schwer in Brasilien:

(zu finden in jedem Supermarkt)

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Rodeo und Sertanejo

Juni 11, 2012

Im ländlichen Brasilien gibt es eine Tradition des Stier-Rodeo. Und im Juni finden hier in Minas Gerais in vielen Orten solche Wettkämpfe statt. Mal was anderes.

Als Rahmen ist auch noch ein wenig Gewerbeschau und Viehschau dabei, aber die Hauptsachen sind das Rodeio, das Trinken und Essen sowie das anschliessende Sertanejo-Konzert von Michel Telo, dem DJ Bobo von Brasilien. (Weil er wohl der weltweit bekannteste aber bei weitem nicht der beste Musiker des Landes ist.)

Zur Eröffnung des Rodeos gibt es ein Kinder-Schafsrodeo. Muss ja auch für den Nachwuchs gesorgt sein. Und die machens schon ganz wie die grossen: Zuerst wird mal viel erzählt, dann wird die Schutzpatronin angebetet, dann wird viel erzählt, dann werden die Teilnehmer vorgestellt, dann viel Erzählt bis diese bereit sind und dann geht der eigentliche Ritt sehr schnell vonstatten:

Danach gibt es die Hauptshow mit dem Rodeo auf den Stieren. Wobei es auch dafür nochmals einiges an Aufwärmübung mit Feuerwerk, grossen Traktoren und viel Palaver gibt. Beste Gelegenheit für ein Bier, Crèpes und Fleischsandwich. Etwa 12 Konkurrenten machen unter sich die besten 5 aus, wobei dabei Punkte über die letzten 2 Tage des Anlasses bereits besammelt wurden. Manche fallen nach einem kurzen Hopser des Tieres zu Boden und andere schaffen es ca. 15-20 Sekunden oben zu bleiben. Nicht ungefährlich, doch immerhin ist dasw Tragen von Helmen verbreitet. Im Finale gibt es dann einen eindeutigen Sieger, welcher sich wesentlich langer und souveräner oben halten konnte, was nicht nur das Publikum mit viel Applaus sondern auch die Punkterichter belohnten.

Die Ränge um die Arena waren schon während dem Wettkampf dicht besetzt. Doch als nach dem Ende des Rodeos auch die Arena freigegeben wurde strömten nochmals Massen, vor allem kreischende Fans, auf die Fläche. Rodeo und Sertanejo scheint zusammenzugehören. So zum Skifahren das Aprèsski. Auch wenn beim Aprèsski der DJ Ötzi weggelassen werden könnte. Doch der, mittlerweile weltweit bekannte Michel Telo, gab eine gute, unterhaltsame und professionelle Show. Sympathisch der Junge – wie eben der René Baumann auch.

Hier noch ein Filmli wie es beim Rodeo so abgeht. Ist zwar eine andere Arena (Die grösste von Lateinamerika in Barretos, SP) doch im Prinzip das selbe. Anscheinend nicht mal sehr verschieden zu dem Rodeo in den USA. Es gibt gelegentlich auch Stierreiter die von Brasilien aus den Wechsel in die USA wagen.

Wie es mit dem Tierschutz bei diesen Anlässen aussieht, kann ich nur schwer einschätzen. Unterhaltung mit Tieren die unfreiwillig beteiligt sind ist an sich problematisch. Die Tiere tragen mit Sicherheit keine physischen Schäden davon. Klar ist aber auch, dass die Tiere eingeschüchtert sind, von der Enge in den Boxen, dem Lärm der dröhnenden Lautsprecher und der Irritation durch Reiter und Gurt um den Unterleib.

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Cozinha Brasileira #1: Caldo de Feijão

Juni 4, 2012

Während in Europa sich der Sommer anbahnt, ist hier in Brasilien tiefster Winter. Halt so tief wie dieser in Brasilien sein kann. Mitteleuropäer finden hier zwar selten Temperaturen vor, die sie auch mit viel gutem Willen winterlich nennen würden. So mutet es etwas befremdend an, wenn man bei 15°C Passanten mit Kappe, Schal und Handschuhen sieht. In den meisten Regionen wird’s auch nie so kalt, doch Belo Horizonte liegt nicht nur landeinwärts sondern mit 850-900m auch etwas erhöht.

Abends jedoch haben 15°C hier in den ungeheizten Wohnungen einen ganz anderen Einfluss als dieselbe Temperatur in der Schweiz. Die Wohnungen sind nicht isoliert und also entspricht die Innentemperatur gleich der Aussentemperatur – oder gar darunter. Also eine gute Gelegenheit um etwas wärmendes zu kochen. Das Lebensmittel der Nation, die Bohnen, werden nicht nur für Feijoada verwendet, man kann damit auch bestens Suppe machen.

Caldo de Feijão

Zutaten

  • 300g schwarze Bohnen getrocknet
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1-2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 Tomate, in kleine Würfelchen geschnitten
  • 150g Speckwürfeli

Zubereitung

Die Bohnen über Nacht gut gedeckt in Wasser einweichen und dann mit zusätzlichem Wasser etwa 20-30 Minuten im Dampfkochtopf weich garen (ohne Einweichen etwa 40-45 Minuten). Die Bohnen dürfen dabei ihre Konsistenz verlieren.

Per Mixer (am einfachsten per Stabmixer) die Bohnen mit allfälliger Wasserzugabe pürieren. Darauf achten, dass nicht alle Bohnen vollständig püriert werden. Eine cremige Konsistenz ist zwar gewünscht, wenn jedoch auch Bohnenstücklein erhalten bleiben, so wird es nicht so eintönig beim Essen.

Nun in einer frischen Pfanne den Speck mit Zwiebel und Knoblauch anbraten. Dann die Bohnen zugeben und mit Pfeffer, Salz und/oder Bouillon würzen. Fein gehackte Kräuter nach Gusto.

Nun etwa ne halbe Stunde kochen lassen. Vorsicht: Die Bohnenpampe brennt leicht am Pfannenboden an!

Anrichten
Beim Servieren und über die fertige Suppe streuen:

  • Petersilie nach belieben
  • Fein geschnittene Frühlingszwiebel oder junger Lauch
  • Torresmo (knusprig fritierte Schweinsschwarte)

Das mit der Schweineschwarte ist einerseits etwas komisches, passt aber zu dem Caldo bestens. Hier in Brasilien gibt es die fixfertig oder schon halbfertig zum im Öl kurz zu fritieren. Ob man solche in Europa findet weiss ich nicht, kann aber sehr wohl sein, dass fast identisches auch z.B. in deutschen Gerichten verwendet wird. Die Bohnen kauft man am besten beim Spezialisten, z.B. welcherm neben einem Laden in Zürich in Nähe HB (Ackerstrasse 1, hinter dem Brocki), auch nen Webshop mit Brasilianischen Produkten hat.

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Nachhaltigkeit in Brasilien

Mai 25, 2012

So umweltfreundlich wie in der Schweiz verhalte ich mich in Brasilien bestimmt nicht. Nicht nur habe ich die letzten 3 Jahre wohl etwa doppelt soviele Flugmeilen zurückgelegt wie in den 30 Jahren zuvor. Zudem besitze ich nun erstmals ein Auto und lege damit meinen Arbeitsweg, und auch die Mehrheit der Strecken in der Freizeit, zurück.

Dass mein Ökologischer Fussabdruck in diesem brasilianischen Szenario trotzdem nur etwa 60% von dem zuvor beträgt ist wohl kaum realistisch. Wer mich kennt, weiss dass ich zuvor viel per ÖV unterwegs war, meistens für innerstädtische Strecken jedoch per Fahrrad, Skateboard oder zu Fuss. Evtuell wird die nicht vorhandene Heizung (welche dieser Tage bei 15°C sträflich vermisst wird) in der Wohnung dermassen stark gewichtet. Ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass das Kerosin von zwei Transatlantikflügen nicht zum Wohnzimmer heizen reichen würde, hmmm…

Wie auch immer, das Thema Umweltschutz hat mich hier eher wenig beschäftigt um ehrlich zu sein. Ich komme auch selten damit in Berührung sei es z.B. beim Einkaufen oder beim Lesen von Zeitungen. Evtl. liegt diese Wahrnehmung an meinem Umfeld oder allgemein daran, dass Brasilien als Land mit vielen Ressourcen, dies in der aktuellen Wachstumsphase halt nicht priorisiert, die Herausforderungen sind ohnehin immens.

Umso interessanter fand ich die Sendereihe, welche ich während dieser Tage dank DRS2 hören durfte. Anlässlich des bevorstehenden Nachhaltigkeitsgipfels in Rio de Janeiro wurde in 5 Folgen über Umweltschutzprojekte und wie die Wirtschaft und Gesellschaft sich diesem Thema annimmt. Wer sich dafür interessiert, kann die Folgen als MP3 mit dem folgenden Link runterladen:

http://pod.drs.ch/kontext_mpx.xml

Folge 1: Green Economy – nachhaltig wirtschaften in Brasilien

Folge 2: Besser leben im Slum

Folge 3: Im Land der Sojabohne

Folge 4: Land unter im Amazonas

Folge 5: Hat Rio 1992 die Welt verändert?

Falls die MP3 nicht mehr verfügbar sind, bitte bei mir nachfragen.

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Ein wenig brasilianische Weihnachtsstimmung

Dezember 31, 2011

Bei schwül-heissen Temperaturen und nicht aufhörenwollendem Tropenregen und Überschwemmungen fühlt sich Weihnachten hier doch fremd an. Das ganze Drumherum mit Samichlaus, Guetzli, Adventskalender, Weihnachtsmarkt, Lebkuchen, das fällt weg. Auch wenn ich gewisse Aspekte davon erst in Abwesenheit wirklich vermisse. Leider ist der Einkaufsrummel genauso wie man ihn auch in der Schweiz gewohnt ist. Doch etwas Weihnachtsstimmung kann man in der Stadt auf dem Praça da Liberdade erleben. Der ganz Platz ist mit Lichtern eingehüllt und eine gut besuchte Attraktion während den Feiertagen.

Mit diesen Bildern wünsche ich Allen ein gutes neues Jahr mit viel Freude, Liebe und Zufriedenheit!

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